Die Gründung
Die Wurzeln unserer Kanzlei reichen bis in das Jahr 1932 zurück. Gegründet wurde sie von Wilhelm Winner (* 1905 – † 1991), einem Pionier des betriebswirtschaftlichen Rechnungswesens und der Steuerberatung im inneralpinen Raum.
Wilhelm Winner wurde am 15. Mai 1905 in Hinterglemm geboren. Nach seiner Schulzeit in Kleinarl und Salzburg absolvierte er von 1920 bis 1923 die Fachschule für Holz- und Steinbearbeitung in Hallein. In einer wirtschaftlich schwierigen Zeit nach dem Ersten Weltkrieg sammelte er erste Berufserfahrungen und trat 1926 in ein Sägewerk in Niedernsill ein. Dort übernahm er die Aufgabe eines Buchhalters – obwohl er auf diesem Gebiet zunächst keine Ausbildung besaß. Mit außergewöhnlichem Ehrgeiz eignete er sich das erforderliche Wissen durch Selbststudium an und beschäftigte sich intensiv mit modernen betriebswirtschaftlichen Methoden und Organisationsformen.
1927: Erkenntnisse zur modernen Buchhaltung und Organisation
Ein entscheidender Wendepunkt war ein Fachmessebesuch in Wien im Jahr 1927. Die dort gewonnenen Erkenntnisse über moderne Buchhaltungs- und Organisationssysteme setzte er unmittelbar in die Praxis um. Bereits 1928 führte er im Sägewerk Hutter eine für die damalige Zeit revolutionäre Durchschreibebuchhaltung ein. Sein Interesse an effizienter Unternehmensorganisation und seine Innovationsfreude sollten den weiteren Verlauf seiner beruflichen Laufbahn prägen.
1932: Gründung der Kanzlei Winner
Mitten in der Weltwirtschaftskrise fasste Wilhelm Winner im Jahr 1932 einen mutigen Entschluss: Er gab seine sichere Anstellung auf und machte sich als selbstständiger Berater für Rechnungswesen und betriebliche Organisation selbstständig. Am 1. Dezember 1932 nahm er seine Tätigkeit in Bruck an der Großglocknerstraße auf – dieses Datum gilt als Gründungsstichtag der heutigen Kanzlei. Damals war seine Tätigkeit völlig neuartig, sodass es für sein Berufsbild noch keine passende gewerbliche Einordnung gab. Dennoch erkannte er früh den steigenden Bedarf an professioneller Unternehmensorganisation und unterstützte Betriebe bei der Einführung geordneter Rechnungswesen-Systeme.
Mit großem persönlichem Einsatz bereiste er Unternehmen im Pinzgau, Pongau und Tirol, warb für die Vorteile einer strukturierten Buchhaltung und entwickelte sogar eigene Organisationsmittel und Büroeinrichtungen. Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg hatte er rund 300 Betriebe bei der Einführung eines modernen Rechnungswesens begleitet und galt damit als einer der ersten selbstständigen Berater für Rechnungswesen in den inneralpinen Regionen Österreichs.
Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938 und den damit verbundenen umfassenden Änderungen im Steuerrecht gewann die steuerliche Beratung zunehmend an Bedeutung. Wilhelm Winner gehörte zu den ersten anerkannten Fachleuten, die Unternehmen bei der Bewältigung der neuen gesetzlichen Anforderungen unterstützten. Während der Kriegsjahre wurde die Kanzlei unter schwierigen Bedingungen von seiner Ehefrau Emma Winner weitergeführt, während Wilhelm Winner Militärdienst leisten musste. Nach seiner Rückkehr aus Krieg und Gefangenschaft im November 1945 begann er sofort mit dem Wiederaufbau und der Weiterentwicklung der Kanzlei.
In den Nachkriegsjahren entwickelte sich die Steuerberatung zu einem immer wichtigeren Bestandteil des Leistungsangebots. Trotz wirtschaftlich herausfordernder Rahmenbedingungen gelang es Wilhelm Winner, die Kanzlei kontinuierlich auszubauen. Das Büro befand sich zunächst im Wohnhaus der Familie in Maishofen und wurde mit großem persönlichem Einsatz geführt. Seine hohe fachliche Kompetenz, sein Organisationstalent und sein enger Kontakt zu den Mandanten legten den Grundstein für das nachhaltige Wachstum des Unternehmens.
